EXPERTENBEITRAG



Beschäftigte als Schlüssel für 
resiliente Unternehmen

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Binnen kurzer Zeit und befördert durch zahlreiche sich überlagernde Krisen avancierte Resilienz zu einem Trendbegriff in Unternehmen. Neben unterschiedlichsten betriebswirtschaftlichen sowie technischen Ansätzen wie Digitalisierung oder KI-Anwendungen setzen Unternehmen dabei auch auf ihre Beschäftigten. Unser Beitrag beleuchtet die betrieblichen Faktoren und Maßnahmen, die Beschäftigte stärken und damit betriebliche Resilienz fördern.


Resilienz von Beschäftigten

Angesichts der multiplen Krisen und der daraus resultierenden Instabilität herrscht in vielen Unternehmen eher getrübte Stimmung. Die Unternehmen setzen sich daher mit der Frage auseinander, wie sie diesen vielfältigen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen begegnen können. Mit den Antworten auf diese Fragen und der Rolle von Beschäftigten und deren Resilienz beschäftigt sich das mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanzierte Forschungsprojekt „Re_KI_lienz – Resilienz durch agile Wertschöpfungsnetzwerke und KI‑basierte Optimierung“. Denn die Beschäftigten stehen während solcher Krisen unter enorm hohem Druck und müssen die Transformations- und Anpassungsstrategien ihrer Unternehmen entwickeln und umsetzen.

Im Vordergrund der Reaktionen von Unternehmen stehen vielfach technische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen, während arbeitsgestaltende Optionen oft vernachlässigt werden. Dies scheint bislang ein blinder Fleck im betrieblichen Alltag zu sein. Daher wird folgend ein Perspektivwechsel vorgestellt – von einer externen Lieferketten-/Risikobewertung hin zur internen Umsetzung: Wie wirken sich Krisen und Veränderung auf die Organisation des Unternehmens und die Menschen aus? Und umgekehrt: Welchen Beitrag können die Mitarbeitenden und, sofern vorhanden, der Betriebsrat dabei leisten, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen?


Organisationale vs. individuelle Resilienz

Viele Menschen kennen den Begriff der Resilienz aus dem psychologischen Bereich und verbinden damit individuelle Strategien, die die persönliche Gesundheit stärken sollen. Diese individuelle Resilienz ist ein wichtiger Aspekt. Auf der Unternehmensebene geht es in erster Linie um die organisationale Resilienz, also um die betrieblichen Strukturen, die Arbeitsorganisation sowie die Arbeitsumwelten. Gut gestaltet können diese dabei helfen, mit Störungen umzugehen und sind daher zentrale Stellhebel für zukunftsfähige Unternehmen. Resilienz entsteht dort, wo strukturelle Belastungen bearbeitbar gemacht werden – nicht dort, wo Beschäftigte „trotz allem“ leistungsfähig bleiben.


Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um in Unternehmen geeignete Rahmenbedingungen und Instrumente zu schaffen:

  • Workshops vor Ort bieten ein interaktives Format, erfordern jedoch hohen Zeit- und Ressourcenaufwand.
  • Beschäftigtenbefragungen helfen, Handlungsbedarfe zu identifizieren, bieten jedoch wenig Interaktion und müssen gut durchdacht sein.
  • Ein Resilienz-Audit überprüft relevante Resilienzfaktoren durch umfangreiche Umfragen und Interviews und ist besonders aufschlussreich im Vergleich verschiedener Unternehmen.
  • Schließlich können Checklisten als Handlungshilfen für Führungskräfte erstellt werden, die jedoch, remote gestaltet, ohne Kontrolle der Anwendung bleiben.



In KMU ist die Auseinandersetzung mit dem Thema häufig einfacher als in Großbetrieben, denn viele Ansatzpunkte beziehen sich auf die Unternehmenskultur oder können „auf dem kurzen Weg“ erledigt werden. Dabei geht es beispielsweise um eine Kultur der Wertschätzung und den Kontakt mit den Mitarbeitenden jenseits von starren Hierarchien und Berichtspflichten, wie sie häufig in Großunternehmen anzutreffen sind.


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Quelle: RKW Kompetenzzentrum/2026, GettyImages_Eugene_Mymrim

Beteiligungsorientiertes Vorgehen

Es bietet sich an, in beteiligungsorientierten Formaten an diesen Faktoren zu arbeiten. Partizipative und kooperative Verfahren kosten zunächst mehr Zeit und Kapazität, schaffen am Ende aber abgestimmtere, bessere und stabilere Ergebnisse. Beteiligung bedeutet, dass

  • alle betrieblichen Funktionen (Fachabteilungen, Beschäftigte, Personalabteilung, Betriebsrat) beteiligt werden müssen,
  • dass Transparenz hergestellt wird über
    • unterschiedliche Vorstellungen von einer passgenauen und effizienten Lösung je nach Teilsystem und Rolle im Unternehmen,
    • über den Gegenstand, denn verschiedene Funktionen sprechen andere (Fach-)Sprachen,
  • dass Vertrauen als Basis für Veränderungsbereitschaft und Identifikation bei Beschäftigten, Führungskräften und Betriebsrat entsteht und sich alle Beteiligten auf die Transformation einlassen.



Ausblick

Die gegenwärtigen globalen Krisen und geopolitischen Konflikte erzeugen ein Gefühl der Unsicherheit und Instabilität in vielen Organisationen. Unternehmen, die eine Kultur der Wertschätzung schaffen und Beteiligungsorientierung fördern, können das Engagement und das Vertrauen ihrer Belegschaft steigern. Mit den genannten Maßnahmen und Instrumenten können Unternehmen eine robuste Grundlage für die Zukunft schaffen. Die Kombination aus technischer Unterstützung, arbeitsorganisatorischen Anpassungen und individueller Förderung, verzahnt mit Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements, bietet einen vielversprechenden Ansatz, um die Resilienz der Mitarbeitenden und des Unternehmens zu stärken.


Weiterführende Materialien zur vertieften Beschäftigung mit dem Thema Resilienz von Beschäftigten und betrieblichen Umsetzungsideen:

ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V., Institut für Arbeitswissenschaft, Technische Universität Darmstadt (IAD), Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V., Hochschule Fresenius Düsseldorf (Hrsg.) (o.J.): Resilienzkompass zur Stärkung der individuellen und organisationalen Resilienz in Unternehmen, Düsseldorf: iffa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2018/Gutachten_Resilienzkompass.pdf (letzter Abruf: 26.01.2026)

Hartwig, M., Kirchhoff, B., Lafrenz, B. & Barth, A. (2016): Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – Organisationale Resilienz (baua: Bericht, F2353-5), Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/F2353-5 (letzter Abruf: 26.01.2026)

Matthäi, I. & Morschhäuser, M. (2009). Mitarbeiterbefragung „Gesundes Arbeiten“ (Arbeitspapier), Saarbrücken: Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e. V.: https://www.iso-institut.de/wp-content/uploads/2019/03/2009-Matthaei-Mitarbeiterbefragung-gesundes-Arbeiten.pdf (letzter Abruf: 26.01.2026)

VBG (o. J.): Kurzanalyse im Team (KiT): Ein moderiertes Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung: https://www.vbg.de/cms/arbeitsschutz/arbeitsschutz-organisieren/gefaehrdungsbeurteilung/gefaehrdungsbeurteilung-psychische-belastung-kurzanalyse-im-team (letzter Abruf: 26.01.2026)


Bettina Seibold, M. A., ist Geschäftsführerin des IMU Instituts Stuttgart. 


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Laura Bremert, M. A., ist Arbeitssoziologin am IMU Institut Stuttgart.


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