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Stark durch Vielfalt – wie Cross-Innovation Unternehmen resilient macht


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Branchenübergreifende Zusammenarbeit mit Kreativen stärkt nicht nur die Innovationskraft, sondern auch die Fähigkeit, Krisen zu meistern und flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Innovation ist der entscheidende Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Neue (und gute) Ideen sind heute mehr denn je entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg und Widerstandsfähigkeit. Aber die besten Ideen entstehen selten in isolierten Forschungsabteilungen. Wer wirklich Neues schaffen will, muss alte Denkmuster durchbrechen, Bestehendes hinterfragen und die Perspektive wechseln. Genau hier setzt der Ansatz Cross-Innovation an – also die übergreifende Zusammenarbeit zwischen Kreativwirtschaft und anderen Branchen. 

In Cross-Innovation-Prozessen treffen Menschen mit maximal unterschiedlichen Hintergründen aufeinander: der Geschäftsführer einer Bäckerei, eine Designerin, ein Kommunikationsprofi und eine Künstlerin zum Beispiel. Gemeinsam erarbeiten sie Lösungen für unternehmerische Herausforderungen, die allein kaum zu bewältigen wären – in einer Konstellation, die sich so nicht gefunden hätte. Hier entstehen keine klassischen Auftraggeber-Dienstleister-Beziehungen, sondern echte Co-Kreation: alle auf Augenhöhe, ohne Hierarchien, unterstützt durch Kreativmethoden wie beispielsweise des etablierten Design-Thinking. Und Kreativschaffende sind dabei wertvolle Partnerinnen und Partner: Schließlich sind das Hinterfragen von Altem und das Denken von Neuem Kern ihrer täglichen Arbeit.

Wer wirklich Neues schaffen will, muss alte Denkmuster durchbrechen, Bestehendes hinterfragen und die Perspektive wechseln.

Cross-Innovation stärkt nicht nur die Innovationskraft, sondern ist auch ein Schlüssel, um Unternehmen zukunftssicher zu gestalten. Resilienz bedeutet, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, Krisen zu meistern und in Unsicherheiten Chancen zu erkennen. Cross-Innovation fördert genau diese Fähigkeiten: Durch Diversität, Perspektivwechsel und die Offenheit für neue Ideen lernen Teams, komplexe Probleme adaptiv und kreativ zu lösen. Unternehmen, die branchenübergreifende Impulse einbeziehen, entwickeln widerstandsfähigere Strategien und können auf Marktveränderungen schneller reagieren.

Unternehmen, die branchenübergreifende Impulse einbeziehen, entwickeln widerstandsfähigere Strategien und können auf Marktveränderungen schneller reagieren.

Aber Cross-Innovation und die Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen ist nicht automatisch ein Garant für mehr Resilienz. Entscheidend ist, dass die Erkenntnisse aus dem Prozess ernsthaft in die Organisation einfließen. Resilienz entsteht durch bewusstes Lernen, Offenheit und echte Kollaboration.

Wie bei Matthias Bergmann, Geschäftsführer der Bäckerei Bergmann. Er nahm 2023 am jährlich stattfindenden Cross-Lab der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft teil. Ein viertägiges Format, in dem Kreative zusammen mit Unternehmerinnen und Unternehmern anderer Branchen lernen, wie Cross-Innovation funktioniert. Sein Ziel war, die Wertschätzung für seine lokalen und nachhaltig produzierten Backwaren zu steigern. Gemeinsam mit drei Kreativschaffenden analysierte das Team Abläufe, Unternehmenskultur und die Bedarfe der Kundschaft und stellte fest, dass die Nachhaltigkeitsbestrebungen und die familiäre Tradition nach außen kaum sichtbar und bekannt waren. Entsprechend wurde der Fokus im Rahmen des Cross-Lab-Prozesses vom Produkt auf die Bäckerei gelegt. Es entstanden mehrere Ideen: darunter die Gestaltung von Brötchentüten als Kommunikationsflächen für Familiengeschichten und ein generationsübergreifendes Vorlesecafé, das später zum „Kaffeeklatsch“ weiterentwickelt wurde und jetzt regelmäßig in den Filialen stattfindet. Die Bäckerei setzte die Ideen um, stärkte ihre lokale Kommunikation, engagierte sich stärker in der Community und kooperierte aktiv mit der Erfurter Bürgerstiftung. „All das hat die Sichtbarkeit und Wahrnehmung unserer Bäckerei spürbar verändert”, sagt Matthias Bergmann zwei Jahre nach der Teilnahme am Cross-Lab. Und mehr noch: „Einer der großen Mehrwerte, die ich aus dem Prozess mitnehme, ist die Erkenntnis, dass es für fast jede unternehmerische Herausforderung eine Lösung gibt. Der Schlüssel liegt darin, offen zu sein, neue Blickwinkel einzunehmen und ein kreatives Netzwerk aufzubauen.

Der Schlüssel liegt darin, offen zu sein, neue Blickwinkel einzunehmen und ein kreatives Netzwerk aufzubauen.



Über die Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK)

Kreativität ist eine wichtige Ressource für Innovation und für die Gestaltung des digitalen Wandels. Das Ziel der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK) ist es, mit ihren Qualifizierungs- und Vernetzungsangeboten diese Ressource im Freistaat Thüringen sichtbar und wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Dafür aktiviert und begleitet sie Netzwerkinitiativen, lädt zum Erfahrungsaustausch ein und schafft Anlässe für Begegnungen von Kreativschaffenden mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Branchen. Die THAK ist ein Projekt der RKW Thüringen GmbH. Sie ist Partnerin im Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) und wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus.

Mehr Informationen: https://thueringen-kreativ.de/

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Claudia Köhler ist Expertin für Vernetzung und Kommunikation bei der Thüringer Agentur für die Kreativwirtschaft (THAK).


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