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RKW EXPERTISE

Führung am Limit:
Warum heute der Verstand allein nicht mehr ausreicht


Was zeichnet eine gute Führungskraft aus? Ähnlich wie eine gute Pilotin, ein guter Koch, eine gute Lehrkraft, ein guter Arzt oder eine gute Handwerkerin führt sie ihre Aufgaben gewissenhaft und professionell aus, sodass am Ende auch die passenden Ergebnisse vorliegen. Für Führungskräfte bedeutet das, gleichzeitig zu organisieren, strategische Ziele im Blick zu behalten, Menschen zu entwickeln, Konflikte zu lösen, Ressourcen sinnvoll einzusetzen, Prozesse zu steuern und tragfähige Entscheidungen zu treffen. Die Rahmenbedingungen, unter denen Führungskräfte dies heutzutage erbringen, unterliegen massiven Veränderungen.

Alles anders

Wir erleben eine Phase grundlegender Umbrüche. Für Unternehmen und Mitarbeitende bedeutet das vor allem, dass der steigende Veränderungsdruck ebenso stetig zunimmt wie die damit verknüpfte Unsicherheit. Unter diesen Voraussetzungen müssen Führungskräfte jedoch weiterhin Verantwortung übernehmen, Ergebnisse sichern und Orientierung geben. Eine oft unterschätzte Ressource kann dabei der bewusste Gebrauch des eigenen Körpers sein. Zwei Aspekte treten hier in den Vordergrund:

  • Der Körper als effektiver Zugang zur Stressregulation.
  • Der Körper als zusätzliches Informationsinstrument.


Körper zur Stressregulation

Erwartungs- und Ergebnisdruck bei gleichzeitiger Unsicherheit lösen bei vielen Menschen Stress aus. Der Organismus reagiert mit Fight-Flight-Freeze-Mustern. Kurzfristig sichern sie unser Überleben, langfristig verlieren wir jedoch den Zugang zu wichtigen Führungsfähigkeiten:

  • Überblick vs. enge Fokussierung: Unter Stress verengen sich visuelle und kognitive Wahrnehmung. Probleme werden nicht mehr ganzheitlich betrachtet und es besteht die Gefahr, in operative Hektik zu verfallen. 
  • Geistige Flexibilität und Reflexion: Unter Stress sinkt unsere Kreativität und es steigt die Wahrscheinlichkeit, auf etablierte Verhaltensmuster zurückzugreifen, auch wenn sie nicht zur Situation passen. Risiken werden eher gemieden, achtsames Innehalten vor Entscheidungen fällt schwer
  • Emotionale Regulation und Empathie: Steigt der Druck, neigen wir dazu, die sozialen und emotionalen Antennen einzufahren. Wir spüren unser Gegenüber weniger.
  • Ambiguitäts- und Unsicherheitstoleranz: Hoher Stress reduziert die Fähigkeit und die Bereitschaft, Wiedersprüche sowie Unsicherheiten auszuhalten. Die Wahrscheinlichkeit vorschneller Entscheidungen steigt.


Damit wird deutlich: Dauerstress und wirksame Führung schließen sich weitgehend aus. Führung braucht Menschen, die auch unter Druck den Überblick behalten, mit Mitarbeitenden in Kontakt und Beziehung bleiben, Widersprüche aushalten und kreativ neue Lösungen entwickeln können – also Zugriff auf ihr volles Potenzial haben. Es geht nicht darum, Stress zu vermeiden. Entscheidend ist, schneller wieder in einen regulierten Zustand zurückzufinden.

Das wichtigste Instrument dafür ist der eigene Körper. Über bewusste Wahrnehmung, gezielte Atmung oder eine veränderte Haltung lässt sich unmittelbar auf das Nervensystem sowie die Biochemie und damit auch auf die Fähigkeiten und das Potenzial einwirken.

Erwartungs- und Ergebnisdruck bei gleichzeitiger Unsicherheit lösen bei vielen Menschen Stress aus. 



Körper als Informationsinstrument 

In Zeiten des Wandels steigt die Komplexität. Situationen lassen sich nicht mehr vollständig rational durchdringen, Informationen sind lückenhaft, Entscheidungen müssen dennoch getroffen werden. Wenn wir in solchen Momenten versuchen, Lösungen allein mit dem Verstand zu finden, bleiben wir unter unseren vorhandenen Möglichkeiten.

Pro Sekunde wirken 10 bis 12 Millionen Bits an Informationen auf den Menschen ein – bewusst verarbeitet werden davon circa 40 bis 60 Bits. Mehr Informationen erhalten wir jedoch, wenn wir den Körper, die Gefühle oder auch die „leisen“ Gedankengänge und inneren Bilder bewusst zulassen und nutzen. Technisch gesprochen: Wir zapfen weitere Datenquellen an, die uns bei der Interpretation und beim Entscheiden behilflich sind. Diese Daten basieren auf hochkomplexen Verarbeitungsprozessen unseres Nervensystems und Körpers und können den Verstand mit zusätzlichen Informationen versorgen:

  • Intuition / implizites Wissen: Erste Gedanken, Ahnungen oder innere Bilder liefern oft wertvolle Hinweise – besonders in Entscheidungs- und Lösungsprozessen. 
     
  • Körperspannungen und -empfindungen: Signale, Spannungen oder Empfindungen liefern wertvolle Hinweise zu einer Situation oder zu uns selbst. 
     
  • Gefühle als Datenquelle: Emotionen enthalten Informationen über Situationen, uns selbst und unsere Interpretationen. Zudem wird die Handlungsfähigkeit durch das Anerkennen und Zulassen der Emotionen gestärkt, da keine Kraft in der Abwehr der Gefühle gebunden ist.
     
  • Achtsamkeit und Entspannung: In Momenten der Ruhe können sich Gedanken und Bilder zeigen, die von Bedeutung sind und in der Hektik untergegangen wären. Auch Lösungen für komplexe Probleme zeigen sich eher, wenn Konzentration und Verstand kurzzeitig losgelassen werden.


Gerade in komplexen, herausfordernden Situationen und in der Interaktion mit Menschen macht diese erweiterte Wahrnehmung einen deutlichen Unterschied – sowohl im Umgang mit Stress als auch bei fundierten Entscheidungen.

Wer diese Fähigkeiten gezielt ausbauen möchte, findet in unseren Kompetenzen der Zukunft passende Angebote. Vor allem die Formate Emotionskompetenz aus unseren „Kompetenzen der Zukunft“ sowie das Tool Lösungshaltung  bieten hierfür besondere Unterstützung.

Pro Sekunde wirken 10 bis 12 Millionen Bits an Informationen auf den Menschen ein – bewusst verarbeitet werden davon circa 40 bis 60 Bits.

Emotionskompetenz

Mit Emotionskompetenz Krisen trotzen, die Selbstführung verbessern und die eigene Resilienz stärken.



Zum Tool Emotionskompetenz

Sascha Hertling ist Mitarbeiter im Fachbereich „Innovation“ beim RKW Kompetenzzentrum. 

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