
EXPERTENBEITRAG
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Dies klingt plausibel. Die Erdung der Diskussion über KI in der Wirklichkeit der Arbeitswelt macht die Sache freilich kompliziert. Vielfältige Facetten sind zu beachten, um ein realistisches Bild von den positiven und negativen Potenzialen von KI im alltäglichen Gebrauch zu erhalten. Viele Unternehmen sind aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen noch zögerlich im Umgang mit KI, auch wenn ChatGPT einen kräftigen Schub bei der alltäglichen privaten Nutzung von KI gebracht hat.
KI verändert nicht nur einzelne Arbeitsplätze, sondern verschiebt auch Qualifikationsanforderungen und Berufsstrukturen. Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung und die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird daher sein, wie gut Unternehmen und Beschäftigte neue Technologien in produktive Arbeitsprozesse integrieren können. Investitionen in Kompetenzen, Weiterbildung und lernfähige Organisationen werden damit zu zentralen Faktoren ökonomischer und arbeitsmarktlicher Resilienz.
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich ein realistisches, empirisch untermauertes Bild von den Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten im Spannungsfeld von KI-Technologie, Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu machen. Dr. Gerd Zika vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) stellt uns die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Künstliche Intelligenz: Potenzielle Effekte für den deutschen Arbeitsmarkt“ vor.

Nicht alle Wirtschaftsbereiche werden gleichermaßen Nutzen aus dem Einsatz von KI ziehen können.
| Branchen | Nach 5 Jahren | Nach 10 Jahren | Nach 15 Jahren | |
|---|---|---|---|---|
| IT- und Informationsdienstleister | 41 | 71 | 115 | |
| Erziehung und Unterricht | 63 | 64 | 69 | |
| Gastgewerbe | 13 | 48 | 57 | |
| Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz) | 20 | 46 | 49 | |
| Baugewerbe | 14 | 50 | 48 | |
| Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen | 9 | 32 | 42 | |
| Sonstige überwiegend persönliche Dienstleister | 29 | 42 | 41 | |
| Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften | 13 | 33 | 34 |
| Branchen | Nach 5 Jahren | Nach 10 Jahren | Nach 15 Jahren | |
|---|---|---|---|---|
| Häusliche Dienste | -11 | -24 | -26 | |
| Herstellung von elektrischen Ausrüstungen | -17 | -26 | -26 | |
| Architektur- und Ingenieurbüros, techn. Untersuchung | -40 | -47 | -37 | |
| Grundstücks- und Wohnungswesen | -33 | -52 | -51 | |
| Rechts- und Steuerberatung, Unternehmensberatung | -45 | -57 | -52 | |
| Großhandel (ohne Handel mit Kfz) | -61 | -80 | -75 | |
| Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung | -12 | -72 | -94 | |
| Lagerei, sonstige Dienstleister für den Verkehr | -70 | -107 | -111 | |
| Unternehmensdienstleister a. n. g. | -39 | -104 | -112 | |
| Gesundheitswesen | -73 | -282 | -253 |
Durch eine verstärkte KI-Nutzung muss die Zahl der benötigten Arbeitskräfte nicht unbedingt sinken, weil gleichzeitig neue Arbeitsplätze an anderer Stelle entstehen können.
Zika, G., Kalinowski, M., Krinitz, J., Maier, T., Mönnig, A., Schneemann, C., Schroer, J-P., Wolter, M. I. & Zenk, J. (2025a): Fachkräftemonitoring für das BMAS – Mittelfristprognose bis 2029, Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Zika, G., Hassemer, T-M., Hummel, M., Krebs, B., Maier, T., Mönnig, A., Schneemann, C., Weber, E. & Zenk, J. (2025b): Künstliche Intelligenz: Potenzielle Effekte für den deutschen Arbeitsmarkt. (IAB-Forschungsbericht 23/2025), Nürnberg.

Dr. Gerd Zika ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am IAB.
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