
EXPERTENBEITRAG
Zukunftsgeist entwickeln –
Zuversicht als Schlüssel
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Wie oft sehnen wir uns eigentlich nach einer Zukunft, die weniger Krisen kennt, stabiler ist, vielleicht auch planbarer erscheint?!
Was sich hinter diesem Gedanken verbirgt, heißt einfach auf den Punkt gebracht: Zukunftsangst. Diese Gedanken treiben viele Menschen um, unabhängig von Alter, Funktion oder Kultur. Und sie sind nachvollziehbar – denn unsere Zeit ist von Dauerkrisen geprägt: Pandemie, politische Spannungen, Klimafragen, technologische Umbrüche. Kaum ist eine Krise vorbei, steht schon die nächste vor der Tür.
Das bringt viele in einen ständigen Alarmzustand. Ob wir darin versinken oder gestärkt hervorgehen, hängt von unserer Resilienz ab. Jede gemeisterte Krise macht uns widerstandsfähiger – und genau diese innere Stärke entscheidet, ob Angst bleibt oder Zuversicht wächst. Unter der Überschrift „Hast du Zukunftsgeist?“ beschreibt Frederik G. Pferdt, ehemaliger Innovationschef von Google, in einer Ausgabe von managerSeminare, wie wir aus Zukunftsangst Zukunftsgeist machen können. Dieser Artikel hat mich nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern auch berührt.
Haltung statt Hoffnung
Pferdt erinnert uns daran: Zukunftsgeist bedeutet nicht, einfach auf bessere Zeiten zu hoffen. Er ist vielmehr die Haltung, die wir heute einnehmen. Die Entscheidung, aktiv zu gestalten – auch wenn die Richtung unsicher bleibt.
Was macht Zukunftsgeist eigentlich aus? Pferdt nennt sechs Dimensionen, die dabei wie ein Kompass wirken: grenzenlose Offenheit, unbedingte Neugier, konstantes Experimentieren, starke Empathie und – mein Lieblingsgedanke – die persönliche „X-Dimension“, unsere individuelle Superkraft. Die liegt bei jedem Team woanders. Es handelt sich dabei um das Fundament, das dich und dein Team in Unsicherheit stabil hält.
Warum mich das bewegt – und was die Neurowissenschaft dazu sagt
Ich erlebe in meinen Gesprächen mit Führungskräften immer wieder, wie lähmend Zukunftsangst wirkt. Sobald wir das Gefühl haben, Kontrolle zu verlieren, schwindet auch die Energie, die wir für unser Team so dringend brauchen.
Neurowissenschaftlich wissen wir: Angst aktiviert unser limbisches System, vor allem die Amygdala – das Zentrum für Bedrohungsverarbeitung. Sie sorgt dafür, dass wir vorsichtig werden, aber auch, dass unser Blick enger wird. Wir sehen dann nur noch das Risiko, nicht die Möglichkeit. Kreativität und lösungsorientiertes Denken brechen in solchen Momenten regelrecht ein.
Genau deshalb ist „Zukunftsgeist“ so wirksam: Er öffnet unseren präfrontalen Cortex, also den Bereich, der für Planung, Ideenentwicklung und komplexes Denken zuständig ist. Mit anderen Worten: Optimismus, Neugier und Experimentierfreude sind keine „weichen Faktoren“. Sie schalten buchstäblich den Teil unseres Gehirns frei, der uns handlungsfähig und innovativ macht.

Optimismus, Neugier und Experimentierfreude sind keine „weichen Faktoren“. Sie schalten buchstäblich den Teil unseres Gehirns frei, der uns handlungsfähig und innovativ macht.
den Mut haben, neue Wege auszuprobieren,
Fehlversuche als Lerninvestition zu sehen,
und immer wieder zu fragen: Welche Zukunft wollen wir gemeinsam gestalten?
Fazit
Für mich ist klar: Führung endet nicht in der Gegenwart. Jede Entscheidung, die wir heute treffen, ist ein Pinselstrich auf der Leinwand von morgen. Zukunftsgeist ist kein „nice to have“ – er ist das Fundament, auf dem wir Vertrauen, Zuversicht und Gestaltungskraft für morgen bauen.
Und: Wer sein eigenes Gehirn versteht, erkennt schnell – es geht nicht nur darum, Krisen „durchzuhalten“. Es geht darum, die inneren Schalter umzulegen, die aus Angst Kreativität und aus Unsicherheit Gestaltungswillen machen. Genau da entscheidet sich Führung.

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