INTERVIEW
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Geht nicht, gibt’s nicht.
Welche weiteren Stärken oder strategischen Entscheidungen helfen DUK, sich am Markt zu behaupten?
Ein weiterer Vorteil ist unsere breite Aufstellung. Unsere Produkte kommen in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz: im Bergbau, in der Energiegewinnung, in Wasserkraftwerken, an Schleusen, auf Förderanlagen oder in der Landwirtschaft. Dadurch sind wir nicht von einer einzelnen Branche abhängig. Wenn ein Markt schwächelt, ergeben sich in anderen Bereichen neue Möglichkeiten.
Diese Diversifizierung ist auch eine Folge der Entscheidungen meiner Eltern und Großeltern. Sie haben immer darauf geachtet, mit dem Markt und den Kundenanforderungen mitzugehen. Als beispielsweise Quecksilber in Pendelschaltern zunehmend verboten wurde, haben wir eine alternative Lösung entwickelt.
Gleichzeitig setzen wir auf eine hohe Fertigungstiefe. Wir lackieren selbst, haben eine eigene Zerspanung und fertigen einen Großteil der Komponenten im eigenen Haus. Das ist bei deutschen Lohnkosten nicht die günstigste Lösung. In Krisenzeiten zahlt sich diese Unabhängigkeit aber aus: Wir sind weniger anfällig für internationale Lieferengpässe und können Qualität und Lieferzeiten selbst beeinflussen.
Bei der Qualität gehen wir keine Kompromisse ein. Das honoriert auch unsere Kundschaft, für die „Made in Germany“ nach wie vor einen hohen Stellenwert hat.
Der deutsche Mittelstand und insbesondere Hidden Champions sind traditionell sehr innovationsstark. Wie entstehen neue Ideen und Produktentwicklungen bei DUK?
Wie schon erwähnt sind Innovationen bei uns sehr häufig durch die Bedürfnisse der Kundschaft initiiert. Unser Motto lautet deshalb: „Spezial ist für uns normal.“ Unsere Produkte sind oft individuell und auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten. Genau daraus entstehen immer wieder neue Lösungen.
Innovation bedeutet für uns auch nicht zwangsläufig Digitalisierung. Bei unseren Produkten ist es oft gerade ihre mechanische Funktionsweise, die sie so wertvoll macht. Manche unserer Schaltertypen sind seit Jahrzehnten in unveränderter Form im Einsatz.
Unsere Sicherheitsschalter sind nicht auf digitale Systeme oder eine Internetverbindung angewiesen. Gerade bei kritischen Anlagen ist das ein Vorteil. Vielleicht ist es in Zukunft sogar ein besonderes Merkmal, dass ein Produkt bewusst mechanisch und damit unabhängig von digitalen Systemen funktioniert.
Digitalisierung findet bei uns natürlich trotzdem statt – beispielsweise in der Fertigung oder im Büro. Auch KI nutzen wir dort, wo sie sinnvoll ist. Ein komplett KI-gestützter Vertrieb oder ein KI-Agent wäre für uns derzeit allerdings wenig sinnvoll. Dafür sind unsere Produkte und Kundenwünsche zu individuell. Bei speziellen technischen Lösungen wollen unsere Kunden mit Menschen sprechen.

Vielleicht ist es in Zukunft sogar ein besonderes Merkmal, dass ein Produkt bewusst mechanisch und damit unabhängig von digitalen Systemen funktioniert.
Sie führen DUK inzwischen in vierter Generation. Welche Werte haben Sie übernommen?
Qualität ist sicherlich der wichtigste Wert, den wir über die Generationen weitergegeben haben. Meine Aufgabe ist es, diese Grundlage weiterzuführen und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Wertschätzung der Mitarbeitenden und das Miteinander. Wir sind aktuell 15 Mitarbeitende. Es gibt keine großen Abteilungen und keine ausgeprägten Hierarchien. Jeder arbeitet in verschiedenen Bereichen. Mitarbeitende aus der Zerspanung können beispielsweise auch Schalter bauen, wenn dort jemand ausfällt. Auch meine Eltern und ich übernehmen unterschiedliche Aufgaben.
Das hat einen großen Vorteil: Wir kennen uns untereinander. Wenn jemand sein Kind aus der Kita abholen muss, sprechen wir darüber und finden eine Lösung. Diese familiäre Kultur möchte ich unbedingt erhalten. Die langen Betriebszugehörigkeiten unserer Mitarbeitenden zeigen die Verbundenheit mit dem Unternehmen.
Gleichzeitig möchte ich DUK sichtbarer machen. Ich bin mit einem Studium in Umweltmanagement und Umweltwissenschaften fachfremd in die Nachfolge gekommen. Dabei habe ich festgestellt, wie viele Technologien und Branchen hinter unseren Produkten stecken. Das hat mir gezeigt, dass wir stärker zeigen können, was wir eigentlich leisten.
Digitalisierung, KI, Fachkräftemangel und multiple Krisen verändern die Wirtschaft. Wie macht sich DUK zukunftsfest?
Eine wichtige Grundlage ist unsere finanzielle Stabilität. Das Unternehmen wurde über Generationen solide aufgebaut. Gebäude und Maschinen gehören dem Unternehmen, hohe Kredite oder Mietkosten haben wir nicht. Dadurch können wir schwierigere Phasen ganz gut überstehen.
Dazu kommt unsere breite Aufstellung. Wir sind natürlich nicht unabhängig von der Weltwirtschaft – wenn die Nachfrage insgesamt zurückgeht, merken auch wir das. Aber wir haben mehrere Standbeine und können Schwankungen dadurch besser auffangen.
Eine der größten Herausforderungen ist der Fachkräftemangel. Als eher kleines Unternehmen können wir nicht mit den Gehältern oder dem Namen großer Konzerne konkurrieren. Wir müssen deshalb mit anderen Stärken punkten: mit Flexibilität, kurzen Wegen und einem familiären Umfeld.
Eine der größten Herausforderungen ist der Fachkräftemangel. Als eher kleines Unternehmen können wir nicht mit den Gehältern oder dem Namen großer Konzerne konkurrieren. Wir müssen deshalb mit anderen Stärken punkten: mit Flexibilität, kurzen Wegen und einem familiären Umfeld.
Unsere Mitarbeitenden sind dabei selbst zu wichtigen Botschaftern geworden. Anfang dieses Jahres haben wir eine ungewöhnliche Stellenanzeige direkt über die Mitarbeitenden im Freundeskreis und über Social Media verbreitet. Darüber konnten wir schließlich zwei neue Mitarbeitende gewinnen.
Wenn ich auf die Zukunft schaue, würde ich deshalb sagen: Wir müssen nicht jedem Trend hinterherlaufen. Wir müssen aufmerksam und authentisch bleiben, den Markt beobachten, unsere Kundschaft verstehen und offen für Veränderungen sein.
Vielen Dank für diese sehr interessanten Einblicke in Ihr beeindruckendes Unternehmen, Frau Maas!

Lara-Kristin Maas ist Mitglied der Geschäftsführung der Dittelbach und Kerzler
GmbH & Co. KG.
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