LEITARTIKEL
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Deutschlands Exporterfolg basiert nicht primär auf Großkonzernen, sondern auf hochspezialisierten mittelständischen Weltmarktführern. Für sie habe ich 1990 den Begriff „Hidden Champions“ geprägt. Die Hidden Champions sind seither etwa um den Faktor zehn gewachsen. Heute stellt sich die Frage, ob sie im Zeitalter neuer Herausforderungen und Krisen ihre Führungsrolle behaupten können.

Was Hidden Champions auszeichnet
Hidden Champions gehören in ihrem Markt zu den Top 3 weltweit, setzen im Schnitt etwa 600 Millionen Euro um und sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Fundament ihres unternehmerischen Erfolgs ist die Ambition, in ihrem Markt der Beste zu sein. Niklas Stihl vom Weltmarktführer für Motorsägen formuliert es so: „Entweder sind wir die Besten oder wir machen es nicht.“
Wie wird man der Beste? Durch Fokussierung! Nur Fokus führt zu Weltklasse. Hidden Champions machen nur eine Sache, diese aber besser als jeder andere. Fokussierung begrenzt allerdings den Markt. Die Lösung lautet globale Präsenz. Spezialisierung plus Globalisierung, dieses Erfolgsparadox prägt die Hidden Champions.
Entweder sind wir die Besten oder wir machen es nicht. Niklas Stihl
Innovation und Kundennähe
Hidden Champions investieren etwa doppelt so viel in Forschung und Entwicklung wie der Branchendurchschnitt. Besonders bemerkenswert ist ihre Patentbilanz. Sie halten durchschnittlich 32 Patente pro 1.000 Mitarbeitende, bei Großunternehmen sind es nur sechs. Entscheidend für Innovationserfolg sind Kundennähe und Kenntnis der Kundenbedürfnisse. Wer im „Maschinenraum“ der Kundschaft präsent ist, erkennt Veränderungen früh und kann Innovationen in marktfähige Lösungen umsetzen. Deutschland ist stark in der Forschung, aber zu langsam in der Umsetzung. Die Hidden Champions sind hier besser.
Ihre Stärke liegt in tiefster Spezialisierung und technologischer Exzellenz.


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