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Gibt es schon Rückmeldungen aus den Betrieben zur Neuordnung – eher Zustimmung oder Skepsis?
Obwohl nunmehr seit Jahren über das Neuordnungsverfahren gesprochen wird, stellt man in vielen Sitzungen fest, wie ungleichmäßig das Wissen über die Abläufe, die Zuständigkeiten, die Entscheidungswege und die Umsetzung verbreitet sind. Dadurch entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen eben Skepsis oder auch Zuversicht. Man darf aber nie außer Acht lassen, dass es bundesweit noch nie ein Verfahren vergleichbarer Größe gegeben hat. Erschwerend kommt hinzu, dass wir in der Bauwirtschaft eine sehr heterogene Unternehmensstruktur haben, das Neuordnungsverfahren aber für alle Unternehmensgrößen passen muss. Zudem muss man berücksichtigen, dass die „Bauberufe“ im Vergleich zu anderen Branchen und Berufen einen sehr hohen Anteil an überbetrieblicher Ausbildung festgeschrieben haben, die in über 180 Zentren umgesetzt werden. Diese Zentren weisen, genau wie die Betriebe, ebenfalls sehr heterogene Strukturen auf. Je nach Erfahrung mit den Zentren pendelt die Meinung der Unternehmen zwischen Zustimmung und Skepsis, da sich das Neuordnungsverfahren vor allem sehr stark auf die Arbeit in den Zentren auswirken wird.
Welche zusätzlichen administrativen Aufwände entstehen durch die Reform?
Hier wird es wichtig sein, wie die Wochenlehrgänge und die zugehörigen Unterweisungspläne – inklusive des Kostengerüsts – umgesetzt werden. Es werden insgesamt etwa 450 einzelne Wochen für die überbetriebliche Ausbildung definiert und es bedarf schon einer fortschrittlichen Verwaltung, die Kurse zu planen, eine gute Betreuung sicherzustellen, An- und Abwesenheiten zu dokumentieren und letztlich die Kurse auch abzurechnen. Ich kann nur davor warnen, jeden einzelnen Kurs individuell zu betrachten, da es sonst zu einem ausufernden Verwaltungsaufwand kommt. Dies ist nicht nur für Mischzentren, die mehrere Gewerke unterweisen, eine große Herausforderung.
Die meisten Zentren verwenden externe Softwarelösungen, um die Kurse administrativ zu verwalten. Daher müssen auch die Hersteller dieser Softwareprogramme zeitnah die neuen Pläne integrieren.
Mit welchen Kosten ist die Umstellung verbunden – und wo sehen Sie Unterstützungsbedarf?
Jede Umstellung kostet Geld. Es muss in Maschinen, Personal, Software und Material investiert werden. Der größte Kostenblock ist jedoch in der Interpretation und der Erstellung der neuen Arbeitsaufgaben innerhalb der Wochen zu sehen. Hier sind die Ausbilderinnen und Ausbilder parallel zu ihrer täglichen Arbeit gefordert, die Vorgaben aus den Unterweisungsplänen umzusetzen. Dazu ist ein gigantischer Koordinationsaufwand notwendig. Eine Unterstützung von Externen ist nur begrenzt möglich, daher ist meine Empfehlung, Netzwerke auf Ausbilderebene zu entwickeln und sich fachlich mit Ausbilderinnen und Ausbildern anderer Zentren auszutauschen.
Herr Murauer, wir danken Ihnen sehr herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umstellung.


Das Interview führte Christina Hoffmann. Sie ist Leiterin der „RG-Bau“ im RKW Kompetenzzentrum.
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