
Backen nach Plan – KI und Handwerk sind kein Widerspruch
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„Wir agieren nicht mehr aus dem Bauch heraus, die KI reduziert Überproduktionen, berücksichtigt saisonale Aspekte, gespeist von den Verkaufsdaten der letzten Jahre“, so Fickenscher weiter. Auf die Idee kam er durch den Austausch mit Mittelstand-Digital, ein Förderprojekt des Ministeriums für Wirtschaft und Energie, das u.a. zusammen mit dem Fraunhofer Institut dabei hilft, die digitale Transformation von KMU zu unterstützen.
Bereits vor einigen Jahren gelang es Andreas Fickenscher durch den gezielten Einsatz digitaler Prozesse sowie durch vorausschauende Investitionen in moderne Verwiege- und Kühltechnik rund 70 Prozent der ursprünglich nachts anfallenden Arbeit in den Tagesbetrieb zu verlagern. Für diese innovative Herangehensweise wurde er 2016 mit dem Zukunftspreis der Handwerkskammer ausgezeichnet: „Dadurch ist unser Beruf insbesondere für Berufseinsteiger deutlich attraktiver geworden.“ Sein nächstes Ziel ist ein ausgeklügeltes Robotiksystem in der Produktion: „So ein Roboter könnte beispielsweise unsere Facharbeiterinnen und -arbeiter dabei unterstützen erst Brötchen, dann Mohnschnecken und im Anschluss unser Heimatbrot zu backen – und das theoretisch rund um die Uhr. Wir könnten mit geringerem Aufwand die Vielfalt und Genusskultur individueller, regionaler Spezialitäten aufrechterhalten und uns von industriellen Großbäckereien absetzen – mit deutlich besserer Qualität bei wettbewerbsfähigen Preisen.“ Dass KI das Handwerk nicht nur retten, sondern zukunftsfähig machen kann, unterschreibt er sofort. „KI ist unsere große Chance und nimmt uns nicht nur Arbeit ab, sondern ermöglicht es uns auch, kreativ und zukunftsorientiert zu agieren“, so der Bäckermeister abschließend.

VON DER EUPHORIE IN DIE PRAXIS
KI im Mittelstand wirksam nutzen
Quelle: RKW Kompetenzzentrum/2026, GettyImages_ipopba

Andreas Fickenscher
Jahrgang 1972, Bäckermeister und Konditormeister in der 11. Generation. Für beide Abschlüsse wurde er mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet.
Das Studium der Betriebswirtschaft an der Bundesakademie schloss Andreas Fickenscher ebenfalls erfolgreich ab. Seit 1990 ist er im Familienunternehmen „Fickenschers Backhaus“ tätig und führt es seit 2014 gemeinsam mit seinem Bruder, seiner Frau und seiner Schwägerin.
Die Traditionsbäckerei ist seit 1625 in Familienbesitz und legt großen Wert auf die Herstellung ehrlicher, naturreiner Backwaren. Dazu greift sie bewusst auf bewährte Herstellungsverfahren und Rezepturen zurück.
„Fickenschers Backhaus“ ist Unterstützer von Slow Food Deutschland, zertifiziertes Mitglied der Genussregion Oberfranken und stellt Backwaren nach einem selbst auferlegten Reinheitsgebot her. Derzeit betreibt Andreas Fickenscher acht Fachgeschäfte und beschäftigt 85 Mitarbeiter, von denen 15 Auszubildende sind.
Website: fickenschers-backhaus.de
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